Bericht vom 17. Jahrestreffen in Ostfriesland

  Moin, moin, 
Das rauschende Meer, die herrliche klare Meerluft, die wunderschöne Natur, der Duft von Heckenrosen, treudumm ausschauende Schafe auf grünen Deichen, hübsche Friesendörfer, die sich unter dem Wind wegducken und lange Spaziergänge. An der Küste heißt es immer, „man sieht schon heute, wer morgen zu Besuch kommt.“ So flach ist das Land. Vom 01.- 04. Mai 2008 waren die K70 Freunde anlässlich ihres 17. Jahres-treffens zu Besuch.

Mittwoch, 30. April 2008
In diesem Jahr verlängerten Manfred und ich das K 70 Treffen für uns um einen Tag. Bereits am Mittwoch fuhren wir mit unserem sonnengelben K 70, den wir eine Woche vorher aus der Scheune geholt hatten, nach Ostfriesland. Von Niederrhein aus beträgt die Entfernung ca. 300 km. Da wir genügend Zeit für die Anreise hatten, fuhren wir im Durchschnitt mit 90 km/h über die Autobahn. Bei dieser umsichtigen Fahrweise hat unser 100 PS K 70 einen Verbrauch von 7,40l Super Plus. Um 13.00 Uhr waren wir bereits in Leer und sahen uns diese hübsche Stadt mit seinen schönen Fachwerkhäusern an, bevor wir weiter nach Emden fuhren. Wer gerne Einkaufen möchte kann hier herfahren, ansonsten hat die Stadt wenig Charme. Mittlerweile ein wenig Müde von der Fahrt und den Eindrücken des Tages fuhren wir zu unserer Unterkunft in Aurich. Nach dem einchecken machten wir uns auf den Weg zu unserem Zimmer im Gästehaus des Hotels „Alte Post“. Während wir uns noch orientierten ging bei einem anderen Zimmer die Tür auf und Gisela die uns schon erwartet hatte freute sich uns zu sehen. Wir erfuhren das sie und Richard seit Sonntag, und das Matthias und seine Mutter Kate bereits seit Samstag in Ostfriesland waren. Sie hatten die Gelegenheit genutzt hier direkt eine Woche Urlaub zu machen. Wir verabredeten uns für später im Hotel und verbrachten den Abend gemeinsam bei leckerem Essen und angeregter Unterhaltung.
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Donnerstag 01.Mai 2008
Heute war der offizielle Anreisetag, also hatten Manfred und ich den Tag bis zum Nachmittag zur freien Verfügung. Wir entschlossen uns zur Küste zu fahren. Die ca. 25 km Wegstrecke von Aurich bis nach Bensersiel führte uns durch die flache ostfriesische Landschaft, über Straßen die kilometerlang geradeaus gehen bevor die nächste Biegung in Sicht kommt. Jetzt verdeutlichte sich der Satz „man sieht schon heute, wer morgen zu Besuch kommt“. In Bensersiel warfen wir einen Blick über den Deich und freuten uns das Hochwasser war, und wir uns nicht nur „Moder“, Entschuldigung - natürlich meine ich das Wattenmeer, anschauen konnten. Unser Weg führte uns weiter nach Neuharlingersiel. Im Reiseführer hatte ich gelesen das Neuharlingersiel 1693 gegründet wurde und noch immer ein geschäftiger Hafenort mit malerischen Fischerhäusern ist. Direkt am Wattenmeer gelegen mit 600 m langem Sand- und daran anschließendem Grünstrand. Die fünfzehn noch aktiven einheimischen Krabbenkutter laufen täglich zum Fang aus. Nachdem wir für unseren K 70, direkt vor der Kurverwaltung, einen Parkplatz für 3,50 Euro gemietet hatten, machten wir uns auf Entdeckungstour. Nach einem ausgedehnten Spaziergang über den Deich suchten wir uns einen netten Platz für ein Picknick. Es dauerte nicht lange bis eine zutrauliche Möwe schauen kam ob sie von unserem Brötchen vielleicht etwas abbekommt. Frisch gestärkt gingen wir dann zum Hafen und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Der Reiseführer hatte recht hier kann man die Seele baumeln lassen. Langsam wurde es Zeit zum Hotel zurückzufahren, die anderen würden sicher bald eintreffen. Und so war es auch, auf dem Parkplatz des Gästehauses standen bereits einige Fahrzeuge die wir kannten. Man begrüßte sich mit lauten Hallo und im Wintergarten des Hotels ließen wir es uns bei Kaffee und Kuchen gut gehen, während nach und nach weitere Teilnehmer dieses Treffens eintrafen. Die Organisatoren Dettmer und Klaus freuten sich das mehr Leute ihr kommen zugesagt hatten als ursprünglich angenommen. Zur Erklärung: Für viele Mitglieder aus unserem Verein ist die Entfernung zu Ostfriesland beachtlich. Nicht so für die Mitglieder des K 70 Club Nederland. Daher hatten wir die Hoffnung den einen oder anderen aus den Niederlanden begrüßen zu können. An diesem Tag freuten wir uns über Jos Sassen aus Voorhout. Beim Abendessen waren wir um die 25 Personen. Leider mußte ich diese Angabe schätzen da ich es versäumt habe nachzuzählen, ich hoffe das die Statistiker unter uns mir verzeihen. Ich möchte auch keine Namen nennen, die Gefahr jemanden unabsichtlich nicht zu erwähnen ist mir zu groß. Es waren an diesem Tag insgesamt zwölf Fahrzeuge davon waren sechs keine K 70 aber dennoch einen zweiten Blick wert.
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Freitag 02.Mai 2008
Nach dem sich Frühaufsteher und Langschläfer am reichhaltigen Frühstücksbuffet für den Tag gestärkt hatten, startete um 10.00 Uhr unsere Ausfahrt an die Küste. Die von Dettmer und Klaus ausgesuchte Wegstrecke mußte kurzfristig geändert werden, da die Straße wegen eines schweren Verkehrsunfalles gesperrt war. Durch Wiesen, Felder und kleine Dörfer fuhren wir zur Küste. Die Straße wurde gesäumt vom grasbewachsenen Deichen, auf denen hier und da auch Schafe zu sehen waren, auf der linken Seite und windflüchter Bäumen auf der rechten Seite. In Neuharlingersiel machten wir Station. Einige schauten sich den Hafen mit den Krabbenkuttern an, andere genossen einfach die Aussicht. Weiter ging es entlang der Küste bis nach Schillig. Im Restaurant „Utkiek“ hatte Dettmer fürs Mittagessen einen Tisch reserviert. Mir fiel mal wieder auf das der Name Utkiek für ein Restaurant das direkt am Strand mit Blick auf das Meer liegt an der Deutschen Küste sehr häufig ist. Wer trotz des sehr reichhaltigen Frühstücks ein wenig Hunger verspürte, konnte hier eine Kleinigkeit essen. Im Reiseführer stand geschrieben, das daß Nordseeheilbad Horumersiel-Schillig einen, für die Region ungewöhnlich, kilometerlangen Sandstrand hat. Er zählt zu den schönsten Stränden der Küste. Schon 1860 wurde hier das erste offizielle Strandbad eröffnet. Nach einem Spaziergang im strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen am Wattenmeer entlang - es war Niedrigwasser – nahmen wir den nächsten Programmpunkt in Angriff. Für den Nachmittag gab es aus aktuellem Anlas eine Programmänderung. Am Anreisetag war auch ein Oldtimerbegeisterter aus der Region gekommen. Er hatte von dem Treffen in der Zeitung gelesen und da er für seinen K 70 einen Tank benötigt schaute er einfach mal vorbei. Man kam ins Gespräch und Herr Ihnen bot uns an seine private Oldtimersammlung zu besichtigen. Was uns dort erwarten würde konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen. In zwei Hallen standen dicht an dicht vom Ersatzteil bis zum kompletten Fahrzeug, vom Käfer bis zum Mercedes, von Omas Kaffeedose bis zum landwirtschaftlichen Gerät alles was Herr Ihnen und seine Frau im Laufe ihres Lebens zusammengetragen hatten. Er betonte das selbstverständlich alle Sammelstücke in ausgezeichnetem original Zustand oder fachmännisch Restauriert worden waren. Wir staunten nicht schlecht was sich hier, verborgen hinter Mauern und Toren, im Laufe eines Lebens angesammelt hatte. Wir waren uns alle einig, dieser Weg hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Aber nicht nur für uns, Herr Ihnen bekam auch einem K 70 Tank angeboten. Der Rückweg nach Aurich dauerte ca. 45 Minuten. Zum Abendessen trafen wir uns alle im Hotel „Alte Post“. Hier konnte wieder geschlemmt, geplaudert und gelacht werden.
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Samstag, 03. Mai 2008
Nach reichhaltigem Frühstück fand von 10.00 – 12.00 Uhr die 17. Mitgliederversammlung der K 70 Freunde statt. Nichtmitglieder nutzen diese Zeit um sich auf eigene Faust die Gegend anzuschauen. Zu unserer Freude waren während der MV noch einige K 70 Freunde aus Deutschland und den Niederlanden angekommen. Ich freute mich ganz besonders über das kommen von Annemarie und Pim Tielkemeijer aus Vinkeveen. Wir waren zwar per EMail in Kontakt geblieben haben die beiden aber persönlich die letzten Jahre nicht gesehen. Um 12.00 Uhr startete die Ausfahrt nach Wilhelmshaven. Für alle Statistiker sei gesagt es waren heute vier Fahrzeuge mehr als am Freitag, davon zwei K 70. Ich informierte mich in meinem Reiseführer über Wilhelmshaven. So erfuhr ich das Wilhelmshaven eine juiseführer über Wilhelmshaven. So erfuhr ich das Wilhelmshaven eine junge Stadt ist. Es begann alles mit dem Bau eines Marienstützpunktes an der Nordsee. Ein wirtschaftliches Standbein der Stadt ist der Ölhafen, Deutschlands einziger Tiefwasserhafen. In 35 Tanks kann hier bis zu 1,6 Mio. Erdöl gelagert werden. Im Bau befindet sich derzeit der Jade-Weser-Port, Deutschlands modernster Containerterminal. Anziehungspunkte sind die „Maritime Meile“ mit ihren Museen und Erlebniswelten, Deutschlands größter Marinestützpunkt und der Südstrand – übrigens der einzige an der deutschen Nordseeküste. Das sehenswerteste der Wilhelmshavener Museen ist das Deutsche Marinemuseum mit zahlreichen Modellen, Fotos und Dokumenten. Im Außenbereich können ein 1967 gebautes U-Boot und ein ehemaliges Minenjagdboot der Bundesmarine besichtigt werden. Und genau dieses Museum stand heute auf dem Programm. Doch bevor wir uns durch die Boote im Außenbereich zwängten und Einblicke in ein Leben, Wohnen und Arbeiten an Bord eines Schiffes bekamen, unternahmen wir eine Hafenrundfahrt. Der Kapitän gab während dieser Fahrt interessante Infos über den Hafen zum besten und zeigte uns natürlich auch das Wahrzeichen der Stadt die Kaiser-Wilhelm-Brücke. Leider konnten nur diejenigen an der Hafenrundfahrt teilnehmen die sich bei Dettmer zum Treffen angemeldet hatten, ohne vorherige Reservierung war kein Platz auf dem Schiff zu bekommen. So entschieden sich diejenigen die nicht an der Hafenrundfahrt teilnehmen konnten in einem der Cafeszu besichtigen. Am frühen Abend fuhren wir nach Jever. Stadtrechte besitzt Jever seit 1536, sie ist der Verwaltungssitz des Landkreises Friesland. Bekannt wurde sie in neuerer Zeit vor allem durch ihr friesisch-herbes Bier. Die 32 m hohen, verspiegelten Glastürme des Friesischen Brauhauses sind zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Hier wird bereits seit 150 Jahren Bier gebraut, das herbe Jever-Pilsener seit 1934. Als friesisch herbe Schönheit präsentiert sich auch das schmucke Städtchen. Mittelpunkt ist das Schloss mit dem massiven Bergfried. Die Fußgängerzone lockt mit hübschen Lädchen und Straßencafés. In der „friesischen Brasserie“ war für uns ein Tisch zum Abendessen reserviert. Nach dem Essen gab es noch eine Überraschung die folgendermaßen begann: " Hört, Ihr Leut, und lasst Euch sagen: Uns´re Glock hat neun geschlagen ... habt acht auf Feuer und auf Licht, dass uns´rer Stadt kein Schad geschied..." ...so begannen die jeverschen Nachtwächter ihren Rundgang durch die Stadt. Auf humorvolle Weise erfuhren wir viel Wissenswertes über die Geschichte und aktuellere Ereignisse der Stadt Jever. Nach der Rückfahrt zum Hotel traf sich der harte Kern noch auf den einen oder anderen Schlummertrunk an der Bar, schließlich war dies der letzte gemeinsame Abend und bis zum nächsten Treffen ist es noch lang.
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Sonntag, 04. Mai 2008
Während wir noch mit Richard und Gisela beim Frühstück saßen, verabschiedete sich Peter und machte sich auf den Heimweg. Er hatte ungefähr die gleiche Strecke zurückzulegen wie wir und wollte Mittag schon zu Hause sein. Die weiteste Heimreise vom 1.000 km hatten Ekkehard und Gunhild vor sich. Nicht viel weniger, nämlich 750 km, waren es bei Matthias und seiner Mutter. Bei allen anderen waren es, grob geschätzt, zwischen 300 und 600 km. Wer wird im nächsten Jahr die weiteste Anreise haben, wenn wir uns von 21.-24.05.2009 im Harz wiedersehen?
Silvia Ilchmann

 

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Stand: 18. Mai 2008